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Modul 1: Grundlagen der Ethik

«We are all often faced with moral questions; and most of us, when we have to answer these questions, do some thinking about them. This kind of thinking, like any other, can be done well or badly. It is the task of moral philosophy to help us to do it better.»
Richard M. Hare

Frühjahrssemester 2027


Modulverantwortung: Prof. Dr. Christoph Halbig
ECTS-Punkte: 5

Themen

Ethische Fragen sind notorische Streitfragen. So wenig sich über Geschmack streiten lässt, so kontrovers und andauernd gestaltet sich in pluralistischen Gesellschaften die Debatte um das, was moralisch richtig und falsch ist. Manche bezweifeln, dass sich dieser Streit überhaupt entscheiden lässt. Unzweifelhaft ist jedoch, dass eine Vermittlung zwischen den kontroversen Positionen nur möglich ist, wenn es den Beteiligten gelingt, ihre Ansichten verständlich darzustellen und durch Argumente zu stützen. Das setzt neben der Bereitschaft zur Auseinandersetzung und der Offenheit gegenüber Kritik an der eigenen Position eine ganze Reihe besonderer Kenntnisse und Fähigkeiten voraus.

Zunächst gilt es zu klären, worüber genau gestritten wird und was moralische Probleme von rechtlichen, empirischen, technischen und politischen Fragen unterscheidet. Um diese Probleme danach in möglichst präzise Fragen zu übersetzen, muss man zudem über das entsprechende Vokabular, die Grundbegriffe der Ethik, verfügen. Diese Begriffe haben meist eine lange Geschichte und ihre volle, oft sehr reiche und vielfältige Bedeutung erschliesst sich erst im Zusammenhang der Kenntnis der grundlegenden ethischen Theorien. Das gilt auch für die unterschiedlichen Positionen, die mit Blick auf die moralischen Streitfragen vertreten werden. Die wenigsten davon sind neu. Ethische Reflexion steht vielmehr in einem kulturhistorischen Kontext, den es zu verstehen gilt. Hierfür ist es unerlässlich, mit den klassischen Theorien wie dem Utilitarismus, dem Kantianismus, dem Kontraktualismus oder der Tugendethik vertraut zu sein.

Sind die Positionen als solche formuliert, verstanden und verortet, kann die eigentliche ethische Auseinandersetzung beginnen, die ihrerseits auf Kenntnisse der Argumentationslogik und der Methoden rationaler Begründung angewiesen ist. Ethik ist in hohem Masse Argumentationskunst. Und sie ist die Kunst, die richtigen Fragen zu stellen: Fragen, die Andersdenkende nicht brüskieren, sondern sich für ihre Ansichten interessieren.

Ethikexpertinnen und -experten sind keine Besserwisser in Sachen Moral. Ethisches Expertentum zeichnet sich vielmehr durch die Fähigkeit aus, die besseren Fragen zu stellen und moralische Probleme zu erkennen, klar zu formulieren und methodisch kompetent zu analysieren.

Dozierende

Dr. Holger Baumann, Prof. Dr. Christoph Halbig, Dr. Sebastian Muders, Prof. Dr. Peter Schaber u. a.

Termine und Ort

26.02./27.02., 05./05.03., 12./13.03., 19./20.03.2027

Die Lehrveranstaltungen finden am Freitag Abend von 18.00 bis 21.00 Uhr und am Samstag von 9.30 bis 17.00 Uhr im Zentrum für Weiterbildung der Universität Zürich statt.

Zentrum für Weiterbildung

Neben dem regulären Modul 1 bieten wir auch viertägige Intensiv-Ausgaben dieses Moduls an, als zusätzliche Einstiegspunkte in das ASAE-Curriculum. Diese werden mit einer kleineren Gruppe direkt am Ethik-Zentrum zu folgenden Daten durchgeführt:

  • 20.08. bis 23.08.2027, ganztags am Ethik-Zentrum der Universität Zürich.
  • 25.02. bis 28.02.2028, ganztags am Ethik-Zentrum der Universität Zürich.